29.01.2016 Gnarrenburg-Klenkendorf Von: Uwe Bredehöft/Kristoffer Begatik
Klenkendorfs Ortsvorsteher legte 50 Bürgern die Lage im Ort dar

Dorf intakt trotz Bevölkerungsschwund

Auf Klenkendorfs Ortsversammlung zog Ortsvorsteher Johann Steffens sein Dorf als lebenden Beweis für die Studie eines Berliner Instituts heran.

Je höher die Vereinsdichte in einem Dorf, desto stabiler ist es und desto größer ist der Zusammenhalt der Einwohner, zitierte Steffens aus einer Untersuchung des Berliner Innovationszentrums für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel.

Die Vereine und die Ortsfeuerwehr seien wichtige Kulturträger im Dorf, und mit ihren Mitgliedern vollbringen sie so manche organisatorische Meisterleistung, so Steffens. „Ein kleines Dorf, wie Klenkendorf es ist, kann ohne die Mitarbeit seiner Bürger nicht existieren“, sagte er und dankte den Bürgern. Dass an der Untersuchung etwas dran ist, dafür spricht zudem die Beteilung der Einwohner an der Versammlung. 50 Bürger - das entspricht einem Fünftel der Dorfbevölkerung - kamen ins Dorfgemeinschaftshaus.

Also alles im Lot in Klenkendorf? Nicht ganz. Landflucht und demografischer Wandel sind die Stichworte, die Steffens Sorgen bereiten. In den vergangenen Jahren sind zwölf Menschen aus Klenkendorf abgewandert - das ist ein Minus von 4,8 Prozent. Das Durchschnittsalter liegt bei 48 Jahren. Umso wichtiger ist Zuzug. Da gibt es bei den Alteingesessenen immer auch Vorurteile. Neubürger als Integrationsverweigerer? Diesen Vorwurf hält Steffens für abwegig. Im Gegenteil: Zugezogene engagierten sich sehr und nähmen am Vereinsleben teil.

Was die Zukunft betrifft, so hat Steffens zumindest in puncto Torfabbau ein gutes Gefühl. Es werde zu einem Modellprojekt mit klimaschonender Flächenbewirtschaftung kommen und keine neuen Torfabbaugenehmigungen geben, so der Ortsvorsteher. Dagegen werde es nicht mehr zu einem Zukunftskonzept kommen, das die Entwicklung der Gemeinde nach vorne bringt. In diesem Zusammenhang kritisiert er den „Runden Tisch“, der sich großflächig um das Thema Torfabbau gekümmert habe, nicht aber um die Erhaltung und Entwicklung zukunftsfähiger Lebensgrundlagen für die Menschen vor Ort. Das sieht Gemeindebürgermeister Axel Renken ganz anders. Der Runde Tisch sei ein probates Mittel, um die Modellregion nach vorn zu bringen.

Darüber hinaus berichtete Johann Steffens, welche Baustellen es noch in Klenkendorf gibt. Die Arbeiten auf dem Friedhof wurden zwar angefangen, sind aber noch nicht abgeschlossen. Zumal sich in den vergangenen Jahren die Anforderungen am Bestattungswesen geändert haben. Er bittet die Einwohner darum, sich mit ihm in Verbindung zu setzen, um das Weitergehen zu besprechen. 

Die Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses ist ebenfalls nicht richtig weitergekommen. Eine bereits aufgestellte Mängelliste liege der Gemeindeverwaltung seit Längerem vor. Bevor jedoch weitere Arbeiten in Eigenleistung, wie die Sanierung des Fußbodens und Malerarbeiten,  begonnen werden, sei zunächst die dringende Sanierung des Daches erforderlich.

Teilweise nicht zufriedenstellend sei die Reinigung der Festhalle nach Veranstaltungen. Der Ortsvorsteher schlägt  vor, grundsätzlich die Endreinigung bezahlen und durch eine Reinigungskraft erledigen zu lassen. Bei Vereinsversammlungen aus der Ortschaft müsse hingegen nach anderen Lösungsmöglichkeiten gesucht werden.

Fortschritte gibt es bei der Straßensanierung in Klenkendorf. Der vordere und hintere Teil der Ortsstraße ist fertiggestellt. Nun seien die Mitte, die Straße Auf dem Keil und Ober-Klenkendorf an der Reihe. Entsprechende Mittel wurden bei der Gemeinde beantragt.

Ein besonderes Highlight war das von allen Vereinen gemeinsam durchgeführte Sommerfest. Sogar Bremen 4 hat es live im Radio übertragen. Dadurch wurden natürlich noch sehr viele Besucher angelockt.