20.09.2016 Zeven Von: Mareike Kerouche
Sparkasse Rotenburg-Bremervörde schließt Geschäftsstellen

Nur noch SB in Hesedorf und Basdahl

Um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein, will die Sparkasse einige ihrer Geschäftsstellen ab 2017 nur noch als SB-Zentren führen.

Betroffen davon sind auch die Filialen in Hesedorf und Basdahl. Ausgebaut hingegen werden die Beratungszeiten.

Die zunehmende Digitalisierung, die anhaltende Niedrigzinsphase sowie steigende Regularien seien nur einige der Gründe gewesen, warum sich der Vorstand der Sparkasse die Frage stellen musste, wie sich die Sparkasse in Zukunft aufstellen will. „Das Kundenverhalten hat sich geändert", führte Vorstandsvorsitzender Reinhard Krüger aus. Der Kunde wolle heute seine Bankgeschäfte zu den Zeiten erledigen, wann er es möchte. Online-Banking und die Sparkassen-App würden daher immer häufiger genutzt werden. Zudem würden die Deutschen immer weniger Bargeld mit sich herumtragen, sondern vermehrt auf Kartenzahlung zurückgreifen.

Diesem veränderten Kundenverhalten passt sich die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde nun an. Zum einen werden die Schalteröffnungszeiten abgeändert. Waren die drei großen Filialen in Zeven, Rotenburg und Bremervörde bislang während der Mittagszeit geöffnet, dürfen die Mitarbeiter hier nun auch in ihre Pause gehen. Darüber hinaus werden alle Geschäftsstellen am Mittwochnachmittag den Schalter geschlossen halten.

„Wir stehen im harten Wettbewerb und daher müssen wir auch unsere Wirtschaftlichkeit im Auge behalten", erklärte Vorstandsmitglied Stefan Kalt. Und so hätte kein Weg daran vorbeigeführt, sich auch das Geschäftsstellennetz anzuschauen. Eine objektive Analyse, in die nicht nur die Kundenfrequenz, sondern auch die Zukunftsfähigkeit des Ortes eine Rolle spielten, hätten letztlich zu der Entscheidung geführt, die Filiale in Ahausen ganz zu schließen. „Das Gebäude ist in die Jahre gekommen und seit Jahren ist dort nur noch eine Mitarbeiterin stundenweise tätig."

Darüber hinaus werden die Geschäftsstellen in Basdahl, Hesedorf, Heeslingen und Kirchwalsede zum Ende des Jahres geschlossen und nur noch als SB-Zentren genutzt. Das heißt, die Geldautomaten bleiben bestehen, der Beratungsbereich bleibt abgesperrt. „In Hesedorf haben wir die Schulschließung zu spüren bekommen", führt Krüger aus. In Basdahl sei man außerdem mit der Samtgemeinde im Gespräch, ob es für die Geldautomaten einen neuen Standort geben könnte, da auch das Gebäude in Basdahl stark renovierungsbedürftig ist.

„Die Kunden wurden von uns über diese Entscheidung informiert. Zudem haben wir Ihnen mitgeteilt, an welchem Standort sie zukünftig ihre Beratung erhalten", erklärte Reinhard Krüger weiter. Mitarbeiterentlassungen soll es laut dem Vorstand durch diese Entscheidung nicht gegeben haben. Vielmehr hätten alle Mitarbeiter die Entscheidung des Vorstandes mitgetragen. Insbesondere viele Eltern seien erleichtert, weil sie durch ihre flexiblen Arbeitszeiten jetzt Beruf und Familie noch besser miteinander vereinbaren könnten.

Die Beratung soll in Zukunft noch weiter ausgebaut werden. Durch die Schließung der Geschäftsstellen erhoffen sich Kalt und Krüger eine Bündelung der Fachkräfte an verbliebenen Standorten. 

Eine Beratung soll in den Geschäftsstellen montags bis donnerstags von 8 bis 20 Uhr nach Vereinbarung möglich sein. „Unsere Kunden wünschen sich nach ihrem Feierabend eine qualifizierte Beratung", so Krüger. Freitags stünden die Mitarbeiter den Kunden von 8 bis 16 Uhr zur Verfügung.

Trotz der Umwandlung einzelner Geschäftsstellen in SB-Zentren betonten Krüger und Kalt, dass die Sparkasse in ihre Standorte investiere. So steht fest, dass die Geschäftsstelle in Bremervörde noch umgebaut wird. Dies wird aber voraussichtlich erst in zwölf bis 18 Monaten soweit sein. Darüber hinaus ist die Sparkasse daran interessiert, in der Nähe oder sogar im neuen famila Markt einen Geldautomaten zu platzieren. „So hätten wir beide Seiten der Stadt abgedeckt."