30.09.2016 Bremervörde Von: Kim Wengoborski
Stephan Weil zeigte großes Interesse an der Einrichtung

Hoher Besuch im Hospiz

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil stattete dem stationären Hospiz in Bremervörde einen Besuch ab und erfreute damit Verantwortliche wie auch Bewohner.

Schwarze Limousinen fahren vor dem Hospiz auf, wachsame Sicherheitsleute haben das Gelände schon vorher ausgiebig gesichtet. Die schweren Türen der Wagen öffnen sich und der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil steigt lächelnd aus. Händeschüttelnd begrüßen die Vertreter des Hopiz‘ zwischen Elbe und Weser ihren Gast.

Zwanzig Minuten zu spät trudelt der Politiker ein, doch das Warten hat sich für die kleine Delegation aus Hospizbeschäftigten sowie Vertretern der Kirche und der Stadt Bremervörde gelohnt. Stephan Weil schlendert locker den Weg zum Hospiz hinauf. Zunächst gibt es Kaffee und Pfirsichkuchen vom Blech.

Hospizleiterin Sabine Eckstein, Superintendent Wilhelm Helmers und Geschäftsführer Volker Rosenfeld berichten über die Arbeit des Hospiz‘ und dessen Entstehungsgeschichte. Im Sommer 2013 fiel der erste Spatenstich, im Mai 2014 konnten die ersten Gäste einziehen. „Das ist ein bemerkenswert kurzer Zeitraum, in dem Sie hier soviel auf die Beine gestellt haben. Sie müssen auf viele offene Türen gestoßen sein", staunt Stephan Weil. „Türen gab es viele, ja, und manche waren auf offen", antwortet Wilhelm Helmers mit einem Schmunzeln in den Mundwinkeln.

Stephan Weil hört nicht nur zu, sondern fragt auch nach. Sabine Eckstein berichtet von den 25 Mitarbeitern und den vielen ehrenamtlichen Helfern. Plötzlich sieht Weil so aus, als würde er über etwas nachdenken. Ob nicht im vergangenen Jahr eine der Ehrenamtlichen eine Auszeichnung erhalten habe, fragt er. Der Name Erna Klindworth, einer Trägerin des Ehrenamtsurkunde, fällt. „Jetzt wo wir darüber sprechen, fällt es mir wieder ein", sagt Weil und lässt Erinnerungen an den Tag der Auszeichnung Revue passieren.

Rosenfeld hält mit politischen Ansichten nicht lange hinterm Berg. Dass das Hospiz mittlerweile nur noch zu 5 und nicht mehr zu 10 Prozent aus Spendengeldern finanziert werden müsse, sei einerseits eine Erleichterung, sagt er. „Aber die Schwelle, ein neues Hospiz zu gründen, ist niedriger", sagt er. Dabei habe man derzeit eine ausgewogene Auslastung. Rosenfeld fürchtet, dass die Qualität der Betreuung unter einem Überangebot an Plätzen leiden könnte und auch der Spendenkuchen müsse dann unter mehreren Hospizen aufgeteilt werden.

Dann ist es Zeit, dem niedersächsischen Ministerpräsidenten das Haus zu zeigen. In der Küche sitzen einige Gäste und Angehörige und warten gespannt auf den hohen Besuch. Weil gesellt sich zu ihnen. „Das sieht ja richtig gemütlich aus hier bei ihnen", sagt er. „Wir werden hier rundum verwöhnt, 24 Stunden am Tag", schwärmt eine ältere Dame. Eine Besucherin, die am Kopfende des Tisches sitzt, erzählt: „Ich bin so dankbar, dass mein Mann nun hier bleiben kann und betreut wird", erzählt sie sichtlich gerührt.

Schließlich verabschiedet Stephan Weil sich und lässt sich von der Hospizleiterin Sabine Eckstein weitere Besonderheiten des Hauses zeigen. „Als Außenstehender stelle ich mir ihre Tätigkeit sehr schwierig vor", sagt Weil in Bezug auf das Abschiednehmen und den Tod. Doch Sabine Eckstein beschwichtigt. „Wir geben hier gegenseitig aufeinander acht", erläutert sie. Zudem können die Beschäftigten durch eine Betreuung, die nahezu eins zu eins sei, besonders auf die Gäste eingehen. „Wir sind Wunscherfüller", beschreibt sie die Arbeit im Hospiz.