24.02.2017 Bremervörde Von: Mareike Kerouche
Ergebnisse der Studie „Vitale Innenstädte“ vorgestellt

Service top, Attraktivität Durchschnitt

Wie attraktiv ist die Bremervörder Innenstadt? Diese Frage stellte sich die Stadtverwaltung und entschied sich an der bundesweiten Untersuchung „Vitale Innenstädte" der IFH Köln teilzunehmen

Nun liegen die Ergebnisse vor. Die Bremervörder Innenstadt erhält dabei die Durchschnittsnote 3,3.

„Wir haben nicht mit einem außerordentlich guten Ergebnis gerechnet", erklärten Stadtentwicklungsleiter Kurt Koopmann und Wirtschaftsförderin Mareike Wilshusen unisono. Vielmehr sollte die Studie dazu genutzt werden, neue Erkenntnisse zu gewinnen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Für die Datenerhebung wurden im September 2016 in 121 deutschen Städten zeitgleich Innenstadtbesucher zu ihren Einkaufsgewohnheiten und der Attraktivität der Innenstadt befragt. In Bremervörde beteiligten sich an den beiden Tagen 243 Besucher. Diese wurden eingeteilt in verschiedene Kategorien zu ihrem Einkaufsverhalten, dem Online-Shopping und eben zum Angebot der Innenstadt befragt.

„Beim Gesamteindruck der Innenstadt erreichen wir die Note 3,3 und liegen damit etwas unter dem Durchschnitt", erklärte Wilshusen. Schuld seien insbesondere zwei Ausreißer. So habt die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln (3,7) sowie das Freizeitangebot (4,3) schlechte Noten erhalten. „Das Freizeitangebot bezog sich nur auf die Innenstadt und befragt nach Kino, Theater oder Ausstellungen wird dieser Punkt eben schlecht bewertet", gab Kurt Koopmann eine mögliche Erklärung für das schlechte Abschneiden in diesem Bereich.

Erfreut zeigte sich der Stadtentwickler, dass sowohl die Parkmöglichkeiten als auch die Erreichbarkeit mit dem Pkw mit 2,5 beziehungsweise 2,3 gute Noten erhielten. „Wir punkten vor allem bei den Besuchern mit unserem kostenlosen Parkangebot."

Mit einer Note von 3,5 beurteilten die Besucher das Ambiente und den Flair der Bremervörder Innenstadt. Hier seien insbesondere die Fassaden und die Gebäude ein wichtiges Kriterium für die Beurteilung gewesen. „Aber genau dieses Problem werden wir mit dem Sanierungsobjekt ‚Innenstadt Mitte‘ angehen. Es ist schön, dass uns hier die Studie in unserem Vorhaben bestärkt", meinte Koopmann. Auch in dieser Kategorie gab es einen Punkt, der negativ auffiel: Das Vorhandensein von Sehenswürdigkeiten wurde wenig überraschend mit 4,1 unterdurchschnittlich bewertet.

Im guten Durchschnitt mit anderen vergleichbaren Städten liegt hingegen das Einzelhandelsangebot mit einer Note von 2,9. Besonders zufrieden zeigten sich die Befragten in den Bereichen Lebensmittel (1,7), Optiker (2,1) und Drogeriewaren (2,4). Auch mit der Servicequalität konnte der Bremervörder Einzelhandel punkten: 23,4 Prozent zeigten sich hier sehr zufrieden, 57,6 Prozent der 243 Studienteilnehmer beurteilten die Servicequalität immerhin mit „eher gut".

Überraschend zeigte die Studie auf, dass zwar ein Fünftel der Befragten mittlerweile vermehrt Unterhaltungselektronik und Bücher im Internet einkauft, die Mehrheit allerdings ihre Bekleidung, Möbel und vieles mehr vor allem bei der Konkurrenz in benachbarten Orten erwirbt.

Die Umfrage ergab zudem, dass sich die Befragten eher kürzer, dafür umso öfter in der Innenstadt aufhalten. Als Hauptgrund für einen Besuch wurde das Einkaufen/Shopping genannt. Allerdings erledigen viele schnell ihre Einkäufe und fahren danach wieder nach Hause. 49,9 Prozent steuern dabei ein Zuhause innerhalb, 50,1 Prozent außerhalb von Bremervörde an.

Die Digitalisierung spielt auch beim Einzelhandel vor Ort eine immer wichtigere Rolle. So wünschen sich knapp 40 Prozent der Befragten, sich über das Angebot eines Geschäftes vorab schon im Internet zu informieren und online bestellte Ware vor Ort abholen zu können. Am wichtigsten war es den Befragten jedoch in der Innenstadt kostenloses WLan zu nutzen.

„Die Ergebnisse zeigen uns, wo Handlungsbedarf besteht. Allerdings können wir als Stadt nur die Rahmenbedingungen schaffen", führte Kurt Koopmann aus. Gerade was das Ambiente und das Flair beträfe, würde die Stadt ihrer Verantwortung gerecht werden. „Wir müssen natürlich noch einige Schularbeiten erledigen, aber wir sind schon auf einem guten Weg." Nun würde man Gespräche mit dem City- und Stadtmarketing sowie den Gewerbetreibenden führen.

Die ausführlichen Ergebnisse finden Interessierte im Internet unter http://www.bremervoerde.de/wirtschaft-und-standort/studie-vitale-innenstaedte.html