26.02.2018 Bremervörde Von: Heino Schiefelbein
Stadtentwicklungsausschuss berät über „Rathausmarkt 2“

Meinungen gingen auseinander

Der in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung vorgestellte Entwurf für die Gestaltung des Grundstücks „Rathausmarkt 2“ sorgte für reichlich Diskussionsstoff.

Mit der Planung hatte die Stadt die Rotenburger Planungsgruppe Nord (pgu) beauftragt. Das Gebäude hat die in Bremen beheimatete Specht-Gruppe erworben.

pgu-Mitarbeiter Norbert Behrens erläuterte das mit Vorgaben der Stadt und mit dem Investor abgestimmte Projekt eines fünfstöckigen Wohn- und Geschäftsgebäudes. Es sieht im Erdgeschoss ein Restaurant und eine Café, Büroräume einer Pflegeeinrichtung, einen Bio-Lebensmittelmarkt sowie kleinere Läden vor, die von der Alten Straße erschlossen werden.

Zwei Arztpraxen und barrierefreie Wohnungen zwischen 50 und 110 Quadratmetern prägen das erste Obergeschoss. Im zweiten und dritten Obergeschoss sind anspruchsvolle Einzelzimmer und Suiten geplant, die von der Pflegeinrichtung betrieben werden. „Wir wollen keine Verwahranstalt, sondern setzen auf Hotelcharakter", so Norbert Behrens. Die vierte Etage wird ein Staffelgeschoss mit Pflegesuiten oder Wohnungen. Denkbar ist sogar eine Kinderkrippe mit Außenspielanlage. Nach den Ideen der Planer soll auf dem angrenzenden Parkplatz ein Parkdeck auf vier Ebenen mit 113 Stellplätzen entstehen. „Es besteht eine große Nachfrage nach Wohnungen und Gewerbeflächen" so Behrens.

Diese Planungen stießen bei den Ausschussmitgliedern und auch bei den Zuhörern auf sehr unterschiedliche Meinungen.

Als Norbert Behrens das Gebäude per Beamer auf eine Leinwand projezierte entfuhr einem Gast "ist das hässlich." Auch Lothar Tabery, beratendes Ausschussmitglied, konnte sich nicht recht damit anfreunden.

Nach seiner Auffassung würden die vom mobilen Gestaltungsbeirat erarbeiteten Vorgaben zu wenig berücksichtigt. Der Bremervörder Architekt kritisierte die nicht vorhandene Blockrandbebauung. Mit der vorgesehen Höhe von 16,35 Metern konnte er sich ebenfalls nicht anfreunden. Auch fehle eine Abstimmung mit dem geplanten Neubau auf der gegenüberliegenden Seite des Rathausplatzes.

Norbert Behrens zeigte sich sichtlich verwundert über diese Äußerungen. So halte er die Höhe für ein dermaßen stadtbildprägendes Gebäude durchaus für vertretbar. Es gelte außerdem, die Vorgaben des Investors einzuhalten, der sich deutlich für eine U-Form ausgesprochen habe.

Lob für den Entwurf kam von den Ratsmitgliedern Stefan Detjen und Mathias Betz (beide CDU). Zustimmung signalisierte ebenfalls Doris Brandt (SPD).

„Die maßgeblichen Zielsetzungen der Stadt sind erfüllt und über Details kann man immer noch reden", meinte Bürgermeister Detlev Fischer und plädierte für eine rasche Entscheidung. Schließlich sprach sich der Ausschuss einstimmig dafür aus, dass die vorgestellten Planungen die Basis für die Entwicklung eines Bebauungsplanes bieten.